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Besser als jedes Wetter

 

Sonntag, 17 Uhr ist eine tückische Spielzeit. Früh genug, dass man sich bei der Anreise schmerzhaft vom Sonnenschein verabschieden muss und zu spät, um die Woche noch in irgendeiner Weise entspannt ausklingen zu lassen.

 

Ganz richtig, unser erstes Spiel in seit Wochen fiel natürlich auf den ersten schönen Tag des Jahres, was uns die geöffneten Fenster beim Einspielen auch nicht vergessen ließen. Dafür ist es aber ein ganz cooler Effekt, wenn es dann dunkler und kühler wird, die Fenster sich schließen, und rechtzeitig zu Beginn sich alles Relevante in der Halle abspielt. Spotlight an quasi.

 

Ich hab euch ja beim letzten Bericht so einiges von den nächsten drei Wochen versprochen. Packende Einleitung? Ham wa. Naja, so halb. Hitzige Stimmung? War bei dem Spiel vorausgesetzt und hat nachher ihren eigenen Absatz verdient. Spektakuläre Spiele? I’ll do my very best.

 

 

Topspiel-Action gegen Steglitz war angesagt, einerseits nach dem Psychothriller im Hinspiel und andererseits aufgrund der Tabellensituation – dritter gegen vierter – ein Krimi mit Ansage.

 

Pünktlich zum Endspurt in der Saison traten beide Teams mit kompletter Party an. Wir trotz Salami-Taktik bei Nennung der Aufstellung dann doch wie gewohnt, Steglitz mit beiden Neuzugängen aus der Winterpause.

 

Schon die ersten beiden Doppel, gelegentlich aufgrund des Spielsystems eine klare Angelegenheit, deuteten an, dass es hier keine Sekunde lang langweilig werden würde und waren auf hohem Niveau lange sehr umkämpft. Am Ende hatten beide Einserdoppel die Nase vorn.

 

Doppel drei war aus unserer Sicht leider nicht ganz so umkämpft, wobei Felix dennoch künftige Spitzenleistungen und Sven das übliche Auf und Ab in jederlei Hinsicht ganz gut andeuteten.

 

Im ersten Einzel durfte sich Hussein dann mal wieder gegen einen starken Materialspieler probieren. Während solche Begegnungen in der Hinrunde oft von Hoffnungslosigkeit geprägt waren, scheinen sie in der Rückrunde nunmehr für faszinierende Duelle zu stehen, die unser Zweier nach großem Kampf maximal knapp verliert. Aber diese Kleinigkeit lässt sich ja zum Glück ändern.

 

Anschließend folgte ein ganz gutes Hin und Her in der ersten Einzelrunde, bis Steglitz mit sensationeller Fünfsatzquote dann doch mit 6:3 in Führung ging. Dafür lagen wir allerdings in Sachen Bananen deutlich vorne und konnten noch ein paar zusätzliche Kräfte mobilisieren.

 

So setzte sich Hussein dann in seinem zweiten Fünfsatzmatch gegen Material durch. Marcel gelang die Glanzleistung, in einem Satz drei Rollos zu spielen, aber nur einmal den Punkt zu machen.

 

Für den Matchgewinn und eine interessante Regeldiskussion im Nachhinein reichte es trotzdem: Darf man ein Time-out direkt nach dem Time-out des Gegners, also noch vor dem nächsten Ballwechsel nehmen? (Wobei ich ja die taktischen Vor- und Nachteile einer solchen Maßnahme noch viel interessanter finde.)

 

 

Ein Blick auf die internationalen Tischtennisregeln (Punkt B.4.4.2.3) verrät jedenfalls folgendes:

 

„Time-out kann nur zwischen zwei Ballwechseln in einem Satz verlangt werden; …“

 

In den Regelauslegungen des DTTB von 2014 findet sich dann dieser Hinweis:

 

„Das Beantragen eines Time-outs im Anschluss an ein gerade beendetes Time-out ist zulässig. Die Internationalen TT-Regeln B 4.4.2.3, wonach ein Time-out nur zwischen zwei Ballwechseln in einem Satz verlangt werden kann, werden hierdurch nicht verletzt.“

 

Hätten wir das auch geklärt.  Falls ich was übersehe, sagt Bescheid.

 

 

Zurück zum Spiel: Wir schafften den Ausgleich zum 6:6 und machten uns bereit fürs große Finale, während die mitgereisten Tabellenkonkurrenten aus Lichterfelde sich vorsichtig auf eine mögliche Punkteteilung freuten.

 

Sven machte ein super Spiel und scheiterte zunächst nur (und sehr, sehr knapp) an der Matte beim Ballholen, musste sich aber im fünften Satz geschlagen geben. Dustin (#maschine) machte sein drittes gutes Spiel an diesem Tag, blieb am Ende aber ebenfalls glücklos.

 

Dann wurde es jedoch Zeit für Flexis großen Auftritt voller starker Rallies und unbeeindruckter Nerven, der ihm nicht nur +16 LivePZ, sondern uns einen ganz wichtigen Punkt gegen die drohende Niederlage einbrachte.

 

8:7 für Steglitz also. Entscheidungsdoppel also. Kurz Musik an, rein in den Tunnel, rotes Trikot an, und los.

 

3:1 für uns. Unentschieden.

 

 

Und es hat großen Spaß gemacht. Oder in den Worten von Martin Schulz: Ein toller Nachmittag, der allen Beteiligten richtig Spaß gemacht hat.  Alles spannend und umkämpft, aber friedlich und fair. Zuschauer auf beiden Seiten, die kräftig nach vorne peitschen und Leben in die Halle bringen.

 

Ein großes Dankeschön an all unsere mitgereisten Fans, von denen längst keiner mehr nur Zuschauer ist, sondern die uns in allen Belangen aktiv unterstützen, von Versorgung über Motivation bis hin zum Coaching.

 

Da ist mir dann auch egal, wie sehr draußen die Sonne scheint. Denn solch ein Spiel unter solchen Bedingungen kann von keinem Wetter der Welt getoppt werden.  Für Momente wie diese kämpfen wir uns nicht nur durch graue Winternächte und lassen uns vom Regen durchnässen, sondern kehren eben auch dem wunderschönen Frühlingsanfang ohne Zweifel den Rücken zu (#ttlove).

 

 

Was uns das Ganze nun ergebnistechnisch gebracht hat? Keine Ahnung. Ist auch egal, am Freitag gibt es schon das nächste Topspiel zuhause gegen TuSLi, was eh wieder alles verändert. Ich weiß nur, dass wir gewinnen wollen und das nur mit eurer Hilfe geht. So viel steht fest 🙂

 

In freudiger Erwartung verabschiedet sich wie immer

 

PhD